Traditionsgemäß ist Chile das Land der Dichter. Diese Bezeichnung lässt sich darauf zurückführen, dass die chilenische Geschichte bereits viele Schriftsteller, insbesondere in der Poesie, hervorgebracht hat. Einige davon sind Nicanor Parra, Vicente Huidobro und Jorge Teillier, nicht zu vergessen die Nobelpreisträger Gabriela Mistral und Pablo Neruda.
Die chilenische Volksmusik zeichnet sich durch eine Mischung aus einheimischen Klängen und jenem spanischen Einfluss der Kolonialzeit aus. Ein gutes Beispiel dafür bietet die cueca, ein traditionell chilenischer Tanz, der in den unterschiedlichen Regionen Chiles verschieden interpretiert und praktiziert wird.
Obwohl das Land eine recht homogene Bevölkerung beheimatet, gibt es verschiedene kulturelle Ausprägungen, die teilweise auf der geografischen Unterteilung des Landes beruhen. Im Norden Chiles vereint sich die Kultur der einheimischen Andenvölker mit dem Einfluss der spanischen Kolonialisten. Kennzeichnend für diesen Teil des Landes ist neben religiöse Feste der Karneval. In Zentralchile finden sich hauptsächlich die Traditionen der einheimischen Landarbeiter, den huasas. Da in dieser Region die meisten Einwohner leben, ist diese Kultur repräsentativ für die chilenische Identität.
Dennoch hat die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und die Globalisierung dazu geführt, dass die Bräuche und Traditionen zunehmend verloren gegangen sind. Heute werden sie überwiegend in den ländlichen Gebieten praktiziert.