Wer in Chile ein Praktikum absolvieren will, sollte vor oder während des Auslandsaufenthalts einen Sprachkurs besuchen. Denn auch wenn man im Süden sogar manchmal mit Deutsch weiterkommt und wenige Chilenen heute Englisch lernen, sind deren Kenntnisse der englischen Sprache eher begrenzt, was weniger an den Chilenen selbst liegt, als vielmehr an dem chilenischen Schulsystem.
Viele Vermittlungsagenturen vermitteln Praktika, die keine vorher erworbenen Sprachkenntnisse voraussetzen. Man sollte aber bedenken, dass Sprachkenntnisse auch immer signalisieren, dass man sich für die Menschen und die fremde Kultur interessiert. Daher lohnt sich die Investition in einen Sprachkurs vor Ort. Nicht selten lernt man dabei gleichzeitig viele nette Leute kennen und bekommt wertvolle Tipps für den Aufenthalt in Chile (z.B. Exkursionen, Veranstaltungen, Insidertipps allgemein).
Das chilenische Spanisch weicht teilweise erheblich vom spanischen Spanisch, castellano genannt (durch seinen Herkunftsort Kastilien) ab. Auch im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern trifft man auf deutlich viele Chilenismen. Darüber hinaus sprechen die Chilenen schnell und modulieren wenig. Der Konsonant „s“ wird häufig und gern verschluckt. Hierdurch sollte man sich jedoch nicht beirren lassen. Egal, ob im Einzelunterricht oder in Lerngruppen, den chilenischen Dialekt und seinen ausgeprägten Slang zu lernen, kann auch sehr viel Spaß machen.
Chile als das Land des schmalen Streifens zwischen den Anden ist im Vergleich zu Deutschland dreimal so groß, hat aber nur etwa 14 Millionen Einwohner. Wenn man dann noch weiß, dass etwa die Hälfte aller Einwohner im Großraum Santiago lebt, versteht man, warum die meisten Ausländer ihr Praktikum in der Hauptstadt Chiles absolvieren und auch dort eine der vielen Sprachschulen besuchen. Eine Übersicht über verschiedene Sprachschulen findet sich leicht im Internet oder in jedem guten Reiseführer.