Wie wird „Chile“ denn nun ausgesprochen? Mit dem weichen „ch“ wie höflich? Mit einem harten Beginn wie die Endung von Matsch? Oder mit einem rauchigen, aus der Kehle stammenden Laut wie eben bei Rauch? Die Antwort findet sich mit Sicherheit in dem Sprachführer „Spanisch für Chile“ aus der Kauderwelsch-Reihe des „Reise Know-How“ Verlags.
Wenn man sich Chile auf der südamerikanischen Landkarte anschaut, so wirkt es wie eine endlos lange Küste entlang des Pazifischen Ozeans. Von Norden bis Süden erstreckt sich das Land über 4300 Kilometer, zählt man den antarktischen Teil hinzu sind es sogar um die 8000, ist aber durchschnittlich nur 180 Kilometer breit. In Europa ist die Länge vergleichbar mit der Entfernung von Dänemark bis zur afrikanischen Sahara. Chile liegt zwischen den Anden im Osten und dem Pazifischen Ozean im Westen des Landes. Mit Blick auf die endlosen Weiten des Ozeans lautet die am stärksten verbreitete Herkunft des Namens Chile „Land, wo die Welt zu Ende ist“.
Der Sprachführer beschreibt die verrückte Geographie Chile so: „Wer von Santiago aus ungefähr anderthalb Stunden Fahrt in Kauf nimmt, kann zwischen Strandleben am Pazifik und Skilaufen in den Anden wählen. Doch das detaillierte Beschreiben des Reiseziels Chile mit all seinen Sehenswürdigkeiten soll den Reiseführern vorbehalten bleiben.“ Den weitaus größeren Teil füllt im Sprachführer natürlich das Erlernen des chilenischen Spanisch aus. Es beginnt mit ein paar „Chilenismen“, welche die oft doch gravierenden Unterschiede des "spanischen Spanisch" zum Spanisch Chiles zum Ausdruck bringen.
Ohne es zu wollen, erschweren die Chilenen dem wissbegierigen Ausländer auch noch das Verständnis durch ihre landestypische Aussprache. Sie verschlucken gerne Konsonanten, besonders das „s“ am Ende eines Wortes und legen außerdem ein hohes Sprechtempo an den Tag. Da helfen dem Touristen nur Geduld, Übung und Höflichkeit. Beispielsweise kann er einen Wunsch mit "quiero" (ich will) ausdrücken, ähnlich wie im Deutschen ist "quisiera" (ich würde wollen) allerdings die galantere Variante.
Mithilfe des Sprachführers lassen sich auch die so unterschiedlichen Naturlandschaften erkunden. Sucht man das Meer (mar) oder die Küste (costa), wird man noch relativ leicht fündig. Doch schon wenn man einen Skianzug (buzo de esquí), die passenden Stiefel (botas de esquí) oder die Abfahrt vom Berg sucht (bajada), ist man froh, den Sprachführer bei sich zu haben. Und wer hätte gedacht, dass die bei uns als „Kapuzinerkresse“ betitelte Pflanze in Chile auf den wohlklingenden Namen „soldadillo“ hört?
Ebenfalls Erwähnung im Sprachführer findet die fast 3800 Kilometer von der chilenischen Pazifikküste entfernte Insel „Rapa Nui“. Sie ist weltweit bekannt unter dem Namen „Osterinsel“ und vor allem für die sich auf ihr befindenden, mysteriösen Statuen. Die „moai“ sind um die 10 Meter hoch und über 200 Tonnen schwer. Wie die monströsen Figuren transportiert und warum sie überhaupt aufgestellt wurden, ist bis heute nicht geklärt.
Der Sprachführer "Spanisch für Chile" macht Lust auf mehr und beim Lesen möchte man am liebsten sofort los nach Chile. Jedem Leser sei dieses Buch empfohlen und auch Chile selbst, denn Chile ist ein faszinierendes Land – Chile es un país fascinante!